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Aufgeben und weiter machen!

In einem sehr interessanten Artikel hat Michael Groier von der Bundesanstalt für Bergbauernfragen in Wien ein spannendes Thema sehr nüchtern erfasst: die Betriebsaufgabe.

Sie wird als Endpunkt im Prozess unterschiedlicher Betriebsbiographien dargestellt, die im Zusammenhang mit der Gesamtentwicklung des landwirtschaftlichen Haushaltes verstanden und analysiert werden müsse. Sie stehe am Ende von Expansions-/Intensivierungsphasen, Stagnationsphasen, Extensivierungsphasen und Marginalisierungsphasen des Betriebes.

Wir von der Hof und Leben GmbH sehen das ähnlich, aber das Ende eines Betriebes stets auch als Anfang. Wie in der Metamorphose: das Alte geht im Neuen auf. Das gilt für gesamte Betriebe genauso wie für einzelne Betriebszweige. Grundsätzlich ist eine Betriebsaufgabe nichts Negatives, sondern ein normaler Abschnitt in der Lebensgeschichte eines Unternehmens.

Diese Perspektive erlaubt den respektvollen Abschied von der Vergangenheit und den Blick in die Zukunft. Sie erlaubt die Gestaltung auf Basis von Bewährtem und die Erneuerung und Entwicklung des Betriebes. Ein erfolgreicher landwirtschaftlicher Betrieb entsteht auf Basis der Reflexion des aktuellen Tuns. Unternehmertum ist ein Schaffen und Innehalten, und es ist ein Aufgeben und Weitermachen.

Wir erleben Zeiten des Wandels in der Gesellschaft. Wir wollen nicht so weiter machen wie bisher. Wir wollen nachhaltig wirtschaften. Wir wollen bio essen. Regional sowieso. Saisonal obendrein. Wir wollen keine Umwelt mehr verschmutzen. Unsere Ansprüche steigen. Trotzdem, an manchen Punkten geht es im Moment nicht weiter. Das Leben und Wirtschaften geht seinen gewohnten Lauf. Wir wollen die Energiewende. Wir wollen nachhaltig wirtschaften, wenn möglich. Wir wollen nicht so weiter machen wie bisher, aber es sollte sich lohnen.

Mit dieser Einstellung bleiben wir deutlich hinter unserem Anspruch zurück. Wir wollen nichts loslassen, alle Sicherheiten behalten und dabei profitieren. Unternehmerisch ist das nicht. Das Wirtschaftswunder in der Welt hat Spuren in der Natur hinterlassen, und auch einigen Wohlstand. Ohne ein Öko-Wunder in der Welt könnten unsere Spuren bald verwischen, und Wohlstand würde keine Rolle mehr spielen. Es scheint, als befänden wir uns auf dem unvermeidlichen Weg zum Klima-Kollaps als Endpunkt im Prozess menschlicher Biographien auf der Erde. Oft scheint es fünf vor zwölf zu sein, aber Handeln scheint schwierig:

Biogas? Vermaisung der Landschaft.

Windkraft? Zerspargelung der Landschaft.

Photovoltaik? Verschandelung der Landschaft.

Dabei geht es darum, Verantwortung zu übernehmen. Für uns, und gegenüber dem Leben in der Zukunft. Wir können unser Tun und Handeln ändern.

Für die eigene Familie.

Für den eigenen Betrieb.

Für die eigene Region.

Für unsere Lebensgrundlagen.

Wir von der Hof und Leben GmbH betrachten nüchtern die Welt – stets auf der Suche nach pragmatischen Lösungen, die einfach und praktikabel für unsere Landwirte sind, und als Vorbild für deren Umfeld dienen können. Wir sehen großes Potenzial in sinnvollen Kreisläufen in der Landwirtschaft. Wir sehen Tank und Teller, konventionell, bio und saisonal in der Region. Wir sehen eine gute Zukunft für gute Unternehmer in der Landwirtschaft, die Ökologie und Ökonomie mit klarer betrieblicher Vision in Einklang bringen.

Wir verändern die Welt in kleinen Schritten. Deutlich und erkennbar. Heute.

Mrz 23, 2012

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