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Transformation von Gesellschaft und Landwirtschaft!

Im April 2011 hat der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) sein Gutachten „Welt im Wandel: Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“, an die Bundesregierung übergeben. In diesem Gutachten zeigt der WBGU Perspektiven für die Zukunft nachhaltigen Wirtschaftens auf.

Eine nachhaltige Weltgesellschaft braucht demnach einen modernen Orientierungsrahmen für „gutes Zusammenleben“ von bald neun Milliarden Menschen mit sich und der Natur.

Wir merken, dass ein Wandel nötig ist.

Im Lichte weltweiter Armut.

Im Lichte von Fukushima.

Im Lichte des Zustandes unserer Welt.

Wir müssen unsere Welt nicht nur bewirtschaften, sondern wenn nötig auch reparieren. Wir müssen die Welt nach der Reparatur in anderer Art und Weise bewirtschaften als bisher.

Als grundsätzliche Erklärung für unser aktuelles Handeln in endlichem Rahmen kann das Nullsummenspiel dienen. Kurzfristig ein Nullsummenspiel zwischen Nord und Sud. Zwischen Alt und Jung. Zwischen Arm und Reich.

Zwischen Übergewicht und Hunger. Langfristig ein Nullsummenspiel zwischen der Lebensfähigkeit und -qualität aller Generationen Mensch auf dieser Erde heute und in Zukunft.

Wir sollten bei unserem Tun von nicht-vermehrbarem Land ausgehen. Von begrenzten Ressourcen. Von der Endlichkeit unserer Lebensgrundlagen. Die Gesellschaft als solche ist gefordert, die Politik, die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Landwirtschaft, etc… Wir alle.

Unsere Ziele sind malerisch und schön. Doch trotz vorhandener alternativer Konzepte und Technologien zögern wir. Wir können uns vieles vorstellen; aber es auch leisten und verantworten?

Wir schnüren Maßnahmenbündel, fuhren Grenzwerte ein, erhöhen diese, passen sie an. Wir wirken hilflos, ohne Richtung in unserem Handeln. Ohne übergreifendes Einverständnis aller Menschen dieser Welt.

Wir leisten uns Wohlstand, und vergessen dabei, unsere endlichen Grundlagen zu beachten. Wir verantworten die Lebensgrundlagen unserer nachfolgenden Generationen.

Vieles ist zwiespältig. Einerseits essen die Konsumenten schlecht, erwarten aber andererseits von den Landwirten, gut zu arbeiten. An allen Enden wird gespart.

Es wird gespart an Zeit.

Und an Geld.

Dadurch entsteht Stress. Es entstehen günstige Lebensmittel auf der einen und Geldnot auf der anderen Seite. Ein weiteres Nullsummenspiel. Mit Blick auf eine ausreichende kurzfristige Rendite werden teilweise die betrieblichen Produktionsgrundlagen aufs Spiel gesetzt. Die Betriebsführung wird dessen ungeachtet als rational/ fortschrittlich anstatt als irrational/rückständig eingestuft. Unsere landwirtschaftlichen Unternehmer leben durch konsequenten Erhalt der Produktions- und Lebensgrundlagen für die nächste Generation in ihrer Region vor, wie die zukunftige Gesellschaft handeln sollte.

In dieser Tradition der Landwirtschaft liegt ein wesentlicher Kern für die notwendige gesellschaftliche Veränderung. Die Landwirtschaft steht im Zentrum zivilisierter Gesellschaften. Die Sicht der Landwirte auf die Gesellschaft ist in diesem Zusammenhang wichtiger als die Sicht der Gesellschaft auf die Landwirte. Landwirte könnten vieles erklären.

Wir müssen Verantwortung für unser Handeln übernehmen. Wir – eine Summe von Individuen, die man als Gesellschaft bezeichnet. Wir mussen uns verändern. Gesellschaftliche Veränderung entsteht von unten nach oben.

Kleine und mittlere Betriebe spielen dabei eine wichtige Rolle.

Betriebliche Weiterentwicklung ist ein Weg, der von voran denkenden

Unternehmern beschritten wird. Dieser Weg ist kein einfacher.

Er wird hinterfragt.

Von uns. Von nachfolgenden Generationen.

Und er wird vom Unternehmer verantwortet.

Wir setzen auf den Wandel der Gesellschaft in der Tradition der Landwirtschaft, und tragen in der betrieblichen Weiterentwicklung dazu bei, dass keine ungerechten Nullsummenspiele entstehen.

Nov 23, 2011

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